Nach der Gründung des "Katholischen Gesellenvereins" am 1. Januar 1853 in Hückeswagen - heute Kolpingsfamilie Hückeswagen - tagte dieser in verschiedenen Lokalen der Stadt, unter anderem auch in der Gaststätte Paul Brügger, die dem Verein 1907 zum Kauf angeboten wurde.

In seiner Sitzung vom 6. Mai 1907 beschloss der damalige Vorstand den Kauf des Hauses für 10.000 Goldmark. Da der Verein selbst keine Geschäftsrechte besaß, wurde noch in derseleben Sitzung die Gründung eines weiteren Vereins beschlossen, der heute unter dem Namen "Kolpinghaus e.V." fungiert.

Es folgten aufwendige Instandsetzungsarbeiten, die durch Eigenmittel, aber auch durch Darlehen und speziell ausgelobte Hausaktien finanziert wurden.

In die Planungen ging auch der Bau einer Kegelbahn ein, deren Genehmigung jedoch während der Jahre des 1. Weltkriegs bei der örtlichen Stadtverwaltung auf Eis lag und die auch kaum zu finanzieren gewesen wäre. Lediglich der Bau der Saalbühne wurde 1912 vollendet.

 

Während der Kriegsjahre kamen die Arbeiten am Haus zum Erliegen. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs fehlten wiederum finanzielle Mittel, zudem wurde das Untergeschoss von der französischen Besatzungsmacht als Zollstelle benutzt.

Erst mit Beginn des Jahres 1932 war der Verein wieder "Herr im eigenen Haus" und erhielt eine eingeschränkte Schankerlaubnis, die ihm aber schon zwei Jahre später unter der NS-Herrschaft entzogen wurde, da den Behörden ein kirchlich organisierter Verein suspekt war. Es folgten Durchsuchungen der Gestapo und Schikanen aller Art. Um das Haus erhalten zu können, wurde es vermietet und beherbergte ein Spielwarengeschäft, bevor es während des 2. Weltkriegs als Unterkunft für Soldaten und Bombengeschädigte diente.

 

Erst 1946 konnte wieder die Schankwirtschaft geführt werden, ab 1948 verfügte der Verein endlich wieder über sämtliche Räume des Hauses. Im Anschluß an die umfangreichen Sanierungarbeiten, die die Schäden des Kriegs notwendig gemacht hatten, erfolgten die dringend erforderlichen Anbauarbeiten. Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 1953 waren diese abgeschlossen.

    

 Anbauarbeiten am Haus 1952

 

Größere Probleme tauchten erst 1973 wieder auf: Im Rahmen der so genannten "Stadtsanierung" war nicht nur der Abbruch des Nachbargebäudes (alte Sparkasse), sondern auch die der gerade mal 20 Jahre alten Anbauten des Kolpinghauses vorgesehen. Alleine die Konstruktion des Hauses als Mittelbau ohne eigenen Keller brachte statische Probleme mit sich, so dass der Verein bei der Stadtverwaltung vorstellig wurde, um das Haus in seiner Form zu erhalten. Dies gelang auch. Durch eine spezielle Stützkonstruktion konnten größere Schäden beim Abbruch der alten Sparkasse vermieden werden.

 

Kolpinghaus 1972 vor der Stadtsanierung mit Nachbargebäude (links)

 

Die letzten großen Umbauarbeiten nahm der Verein 1985 mit dem Bau eines Bierkellers und der Renovierung der Toilettenanlage selbst in die Hand, was durch das große Engagement der Mitglieder auch erfolgreich durchgeführt werden konnte.

     

Umbauarbeiten in der Gastwirtschaft (auf dem rechten Bild sind die Aushubarbeiten des Bierkellers im unteren Bereich des Bildes zu sehen)

 

In den vergangenen Jahren wurden große Teile der Gasträume sowie der Saal des Kolpinghauses saniert. Trotz vieler widriger Umstände ist es der Tatkraft unzähliger Vereinsmitglieder von "Kolpinghaus e.V." und "Kolpingsfamilie Hückeswagen" zu verdanken, dass das Kolpinghaus seit mehr als 100 Jahren dem Verein und der Stadt erhalten geblieben ist.

 

100 Jahre Kolpinghaus Hückeswagen

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