Adolph Kolping

Adolph Kolping wurde am 8.Dezember 1813 in Kerpen als Sohn eines Gemeindeschäfers geboren. Er kam aus ärmlichen Verhältnissen und ist der Gründer einer Idee, die nicht nur mehr als 150 Jahre getragen hat, sondern heute eine Größe erreicht hat, die er selber wohl nicht erahnt hatte.

Seine Schulzeit bezeichnete Kolping selbst als glücklichste Zeit seines Lebens. Gerne hätte er studiert, allerdings scheiterte dieses Vorhaben an der finanziellen Lage seines Elternhauses. So begann Kolping im Alter von 13 Jahren eine Schusterlehre, beendete diese als Geselle und fand nach einigen Jahren in Kerpen seinen Weg nach Köln. Hier wurde er mit dem Elend der Gesellen und der Arbeiterschaft in der Industrialisierung konfrontiert. Das Bewusstsein seiner eigenen Lage bestärkte ihn in seinem Wunsch Priester zu werden, was ihm aufgrund seines Alters und seiner finanziellen Verhältnisse allerdings nicht möglich war. Eine ernsthafte Erkrankung brachte in dieser Zeit aber auch einen Ausweg aus seiner Lage. Das ärztliche Arbeitsverbot, das er erhielt, sah er als "Fingerzeig Gottes". Er besprach sich mit seinem Vater, der ihn in seinem Vorhaben Priester zu werden unterstützte. 1837 wurde er ins Kölner Marzellengymnasium aufgenommen. Nach seinem Abschluß 1841 folgten das Studium in München und Bonn, bevor er sein Ziel tatsächlich verwirklichen konnte. Am 13. April 1845 wurde er in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht, überschattet von der Trauer um den Tod seines Vaters, der in der Nacht zuvor gestorben war.

Es folgte seine Zeit als zweiter Kaplan im damals selbständigen Elberfeld, wo er das Elend der Fabrikarbeiter in der Industrialisierung tagtäglich erlebte. 1846 kam er dort in Kontakt zu dem Lehrer Johann Gregor Breuer und einigen Gesellen, die sich in einem "Gesellenverein" zusammengeschlossen hatten. Kolping war von der Idee Breuers begeistert und stand dem Verein mit Rat und Tat zur Seite. Dieser kleine Verein bildete die spätere Keimzelle des Kolpingwerks. In diese Zeit fallen auch mehrere Besuche in Hückeswagen (erstmals im Winter 1848/49), bei denen sich Kolping den hier 1847 entstandenen "Jünglingsverein" ansah und sich mit dessen Gründer und Initiator Vinzenz von Zuccalmaglio (genannt "Montanus") austauschte. [Siehe auch Adolph Kolping in Hückeswagen] Die Idee der "Gesellenvereine" verließ mit Kolpings Hilfe schnell das Tal der Wupper. Als der spätere "Gesellenvater" nach Köln wechselte gründete er 1849 auch dort einen Verein, es folgten sehr schnell weitere. Schon 1850 schlossen sich Elberfeld, Köln und Düsseldorf zum "Rheinischen Gesellenbund" zusammen. 1853 gründete sich in Hückeswagen aus dem bereits bestehenden "Jünglingsverein" ebenfalls ein Gesellenverein. Somit gehört unsere Kolpingsfamilien zu den ältesten überhaupt.

Unermüdlich reiste Kolping durchs Land, scheute auch nicht vor Missionsreisen nach Böhmen, in die Steiermark und Kroation zurück um seine Idee der Gesellenvereine zu verbreiten. Als Kolping am 4. Dezember 1865 starb, umfasste sein Werk 418 Vereine in ganz Europa und bereits einen Verein in St. Louis in den USA. Bereits damals hatten diese Vereine mehr als 25.000 Mitglieder. Kolping war damit der geniale "Netzwerker", der Breuers Idee den richtigen Schwung gab. Inzwischen umfasst das Internationale Kolpingwerk rund 450.000 Mitglieder in mehr als 50 Ländern der Erde. Und auch 150 Jahre nach Kolpings Tod sind die Grundsätze noch immer die gleichen, auch wenn die Aufgaben sich verändert haben und die Zeit der "wandernden Gesellen" längst vorbei ist. Die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft ist geblieben, sei es in Fragen der Bildung, der gesellschaftlichen Verantwortung oder auch der Arbeitswelt. Nach mehr als 150 Jahren sind Kolpings Schriften über die Arbeitswelt und die gesellschaftliche Verantwortung als Christen aktueller denn je. Manche Texte lesen sich als wären sie für unsere globalisierte Gesellschaft und nicht für die Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben. So ist aus der Berufung eines Menschen, aus der Idee eines Lehrers und einiger Gesellen in Elberfeld ein weltumspannendes soziales Engagement geworden und eine Idee, die schon direkt in der Nachbarschaft in jeder Kolpingsfamilie real ist.

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